Tradition

Unter spanischer Herrschaft begann die Christianisierung, verlief jedoch etwas glimpflicher als auf dem Festland, so dass die Kultur und Mythologie der Ureinwohnenden grösstenteils erhalten blieb. Reisebericht Chiloé-Expedition

Tradition stammt vom lateinischen se tradere bzw. traditio (sich hingeben, Übergabe, Überlieferung) ab. Sie bezeichnet die Weitergabe von Handlungsmustern und Überzeugungen beziehungsweise die Handlung selbst, also Weitergabe von Bräuchen und Sitten oder Gepflogenheiten. Dies kann mündlich oder schriftlich über die soziale Struktur wie Familie, Gesellschaft oder Verein geschehen. Jede Kultur hat ihre eigenen Traditionen die über Generationen hinweg bewahrt und gepflegt werden. Oft ist die Ausübung von traditionellen Brauchtümern auch an einen bestimmten gesellschaftlichen Status, Milieu oder Geschlecht gebunden. Die Flexibilisierung solcher Rahmenbedingungen gestaltet sich als schwierig, weshalb gewissen Sitten auch eine verstaubte Note anhaftet. Auf der anderen Seite können dabei universelle Werte vermittelt werden und mit entsprechender Offenheit auch in der Gegenwart immer noch sinnstiftend sein.

Das Insel Institut übt sich mit der Insel Instituts-Flagge im Fahnenschwingen. Dies ist ein alter Volkssport, der früher ausschliesslich von Soldaten gespielt und nun hauptsächlich an Volksfesten aufgeführt wird. Die Fahnenschwingenden treten in kurzen Sequenzen gegeneinander an. Dabei wird die Fahne, welche mit einem Handgriff ausgestattet ist, unterschiedlich geschwungen und hochgeworfen. Das Ganze beruht auf verschiedenen Schwüngen (Leib-/Teller-/Hoch- und Mittelhochschwünge) sowie Bein- und Körperkombinationen, die sowohl mit linker als auch mit rechter Hand ausgeführt werden. Es braucht Geduld, viel Übung und ruhige Hände, um diese Kunst auszuführen.