Partizipation

Während des Lock Downs im Frühjahr 2020 hat das Insel Institut zur Partizipation eingeladen. Was interessiert in diesen bewegenden Zeiten, was will mitgeteilt werden, was für Fragen stehen im Vordergrund? Mitmachen ist erwünscht mit Fragen, Antworten, Zwischenrufen.
Mit der Aufhebung des Lock Downs endet dieser Chat, Partizipation anderweitig weiterhin gerne erwünscht.


Live Helper Chat - live support - 2020-04-10 15:49:43 Inselexpertin

part i zip at i on

  • part = Rolle, Teil, Stück  
  • i = insel
  • zip = Reissverschluss, verlustfreie Komprimierung digitaler Dateien
  • at = an, in, um, auf, bei, über, im, am, zu 
  • i = institut
  • on = an, ein

2020-04-10 22:11:23 Gast

Wieviel sozialen Kontakt braucht ein Mensch? Wie lange kann ein Mensch ohne echte Umarmung bestehen?


2020-04-11 08:11:45 Gast2

leben in einem goldenen Käfig


2020-04-11 09:17:26 SP aus Z

Wenn wir davon ausgehen, dass sich der Mensch im Rahmen seiner sozialen Beziehungen und gesellschaftlichen Werte definiert, sind soziale Kontakte sehr wichtig. Dank Online-Diensten inklusive Videoübertragung kann dieser Austausch auch über weite Distanzen in Echtzeit stattfinden. Vermisst wird jedoch die Verbindlichkeit und physische Nähe, die bei einem persönlichen Treffen entstehen. Die Präsenz einer Person mit ihrer Stimme, ihren Bewegungen, ihrer Ausstrahlung kann auch über Videoübertragung nicht vermittelt werden. Andersherum kann dies durchaus ein Vorteil sein, wenn auf ein Austausch nicht verzichtet werden kann und die Person aber lieber auf Distanz gehalten werden soll.


2020-04-11 09:18:33 Inselexpertin

Wie lange jemand ohne Umarmung überstehen kann, hängt stark vom inpiduellen Bedürfnis nach körperlicher Nähe ab. Und auch von den sinnvoll anwendbaren Strategien, die in einem Fall von Umarmungs-Entzug fruchten. In anglophonen Raum gibt es den Begriff ‹Touch Starvation› und auch einige sinnvolle bis amüsante Ratschläge dazu, die am Besten selbst entdeckt werden.


2020-04-11 09:20:44 SP aus Z

Zu ‹leben in einem goldenen Käfig› noch ergänzend dies: De Hans im Schnäggeloch hät alles, was er will. De Hans im Schnäggeloch hät alles, was er will. Und was er will, das hät er nid und was er hät, das will er nid. De Hans im Schnäggeloch hät alles, was er will.


2020-04-11 11:33:30 d aus k

https://www.horx.com/48-die-welt-nach-corona/
Uups, das ist jetzt zu schnell raus. Wollte noch was dazu sagen. Matthias Horx' Artikel ist im weitesten Sinne so wie der Hansli im Schnäggeloch. Bescheidenheit war noch selten der Menschheit Tugend. Profitgier ist allgegenwärtig. Vielleicht wird die Verbindlichkeit wieder ernster genommen. Dann wäre die "Touch Starvation" auch überwindbar. Wenn man dann wieder mal einen Freund oder Freundin in den Arm nehmen darf und es auch so meint.


2020-04-11 12:32:56 Inselexpertin

Vielen Dank für den vielschichtigen und positiv stimmenden Artikel. Er wurde sehr gerne gelesen. Relevante Randnotiz: Wir als Musikliebende sind ebenso überzeugt das Musizieren und Singen eine äussert positive Wirkung hat, die Stimmung steigert, das Gedächtnis auf Trab hält und unterschiedlichste Menschen zusammenbringt. Das bringt uns in Balance und hilft auch die Distanz, Inpidualität, Verbundenheit, Un-/Abhängigkeit auszubalancieren und stabil die Komplexierung zu gestalten.


2020-04-11 12:37:18 SP aus Z

Wie können die veränderten sozialen Verhaltensformen wie Entschleunigung, Achtsamkeit, Höflichkeit, wahres Interesse am Gegenüber uvw. beständig im Alltag geübt werden, so dass nicht wieder die bisher bewährten Routinen überhand nehmen?


2020-04-11 14:45:07 d aus k

Ich denke nicht, dass dies geübt werden muss, sondern eine Einstellungssache ist. So wie man selber gerne behandelt werden möchte, soll man auch das Gegenüber behandeln. Wenn man sich selber gegenüber ehrlich ist, ist man es auch dem Anderen gegenüber. Alles andere ist reine Zeitverschwendung. Sich auf's Wesentliche konzentrieren und nicht tausend Dinge halbwegs erledigen. Lieber fünf gute Freunde als fünfhundert (Un-)bekannte zu haben.


2020-04-11 15:07:20 Christoph

Liebe*r d aus k
Gestatten Sie mir ein paar Zwischenrufe auf Ihre Statement, sie haben, wie man neudeutsch sagt, einiges getriggert:
1. Veränderungen benötigen meiner Ansicht nach viel Übung, im Alltag wie auch grundsätzlich. Habe ich eine Einstellung verändert (aus welchen Gründen auch immer), muss ich sie doch üben und schauen, wie sie in der Welt ankommt, was die Interaktion mit mir und den Gegenübers macht.
2. "Wenn man sich selber gegenüber ehrlich ist, ist man es auch dem Anderen gegenüber. Das bezweifle ich stark, bzw sehe ich die Kausalität nicht.
3. "Alles andere ist Zeitverschwendung": Ist Zeitverschwendung nicht etwas Grossartiges? Gerade in diesen Zeiten können wir im besten Fall ganz viel üben, ganz viel Zeit zu verschwenden.
4. Zu den letzten beiden Sätzen, jetzt wirds persönlich: Genau das sind für mich Beispiele, wie wichtig das Üben ist. Meine Einstellung ist schon lange, dass ich mich aufs Wesentliche konzentrieren möchte und mich nicht Unendlichen verzettle. Und ich habs noch immer nicht geschafft, und ich glaube, diese Übungen werden mich ein Leben lang begleiten.
Mit Freude warte ich auf Ihre Antworten, mit den besten Grüssen.


2020-04-11 18:12:41 Inselexpertin

Das Institut übt sich in Einschüben und freut sich über die bisherigen Auseinandersetzung. Offenheit, Aufmerksam sowie Neugierde und die Grösse sich selbst und anderen zu verzeihen und immer wieder innehalten, resümieren, dürften unter anderem bei Veränderungen helfen. Und obwohl nachvollziehbar, ist es dennoch sehr unbequem. Ein Veränderungsprozess erfordert aktive Mitarbeit, wo wir wieder bei Partizipation wären.


2020-04-12 17:59:04 M aus Z

Lieber d aus k, habe den artikel von horx gelesen. Bin aber nicht sicher, ob ausreichend viele Menschen bereit oder in der Lage sind, denn inneren Wandel zu vollziehen. Als Pragmatiker bin ich der Ansicht, dass eine griffige CO2-Steuer mehr bewirken würde.


2020-04-12 20:44:16 SP aus Z

Ergänzung zu Veränderungsprozessen. Es geht zu Ende. Die Schonzeit ist vorbei! Vera F. Birkenbihl hat sich seit den 70er Jahren mit Lerntechniken beschäftigt und u.a. erfrischende Management-Trainings durchgeführt. Hier ein Beitrag zur inneren Macht von Mitarbeitenden im Unternehmen. Dies kann genau so gut für Inpiduen einer Gesellschaft gelten. Es geht zu Ende. Die Schonzeit ist vorbei! | Vera F. Birkenbihl


2020-04-13 08:27:29 Gast

Hier was zum Partizipieren: 16 Projekte, bei denen du dich engagieren kannst : helfen statt reden


2020-04-15 23:12:33 Fly-by

Jetz wo so wohl die Quarantäne wie auch die Diskussion hier vorbei ist melde ich mich auch noch. War beides sehr interessant.


2020-04-16 14:28:02 Gast

Ist es wohl wirklich vorbei?


2020-04-16 20:35:40 Inselexpertin

Vielen Dank für die Tipps und vielen Partizipationsmöglichkeiten. Persönliche Involvierung ist gesucht. Auch die Ansichten ob aufkeimender, innerer Wandel mit Übungen gefestigt werden kann oder doch effektiver von Aussen gesteuert, wie beispielsweise anhand Steuern, werden soll oder sogar muss, sind berechtigt. Höhlt steter Tropfen den Stein? Eine Aussage von Prof. Dr. Angela Kallhoff, Professorin für Ethik an der Universität Wien, ist einleuchtend und überzeugt „Als Philosophin bin ich davon überzeugt, dass Wissen, Einsicht und auch argumentative Auseinandersetzung dazu beitragen können, Verhalten zu ändern. Dabei spielt die Aufklärung durch Medien, aber auch das Festhalten an positiven Botschaften eine wichtige Rolle.“

Das Insel Institut meint das nebst argumentativen Auseinandersetzungen, aktives Involvieren jedes und jeder Einzelnen, persönliche Partizipation, mitmachen, mitbestimmen, grosse Chancen haben eine Gesellschaft zumindest partiell zu verändern. Somit hält es an. Wandel durch Kontinuität.


2020-04-16 22:58:17 Fly-by

Nix is vorbei wenn wir weiter machen! Alle mit gehaltvollen Aussagen melden sich jetzt! (das schließt mich aus)


2020-04-17 08:55:02 Gast1

Aber es ist doch die Hauptsache, dass ich die Haare schön habe, oder?


2020-04-17 09:04:02 SP aus Z

Haare sind nicht anderes als lange Hornfäden zum Schutz der Kopfhaut. Oder viel mehr? Durch die neue Frisur wieder Kontrolle zurück erhalten? Die Sprache der Haare. Oder mit 'bad hair days' die Anarchie ausrufen?


2020-04-17 09:04:02 Inselexpertin

Wir werden wohl eher einen langen Atem anstatt lange Haare benötigen. Geduldig und umsichtig sein in der Ungewissheit und neue Verhaltensweisen an den Tag legen. Oder sich an ‹das neue Normal› herantasten, wie es die Journalistinnen in ihrem heutigen Corona-Beitrag in der Republik tituliert haben. Was bisher war, was könnte sein und warum ist das wichtig.


2020-04-17 09:37:30 gast1 aka MYKO

Gut, wenn ich mir das Anhöre was die Dame und der Herrr da von sich geben, dann bin ich nicht mehr für schöne, lange Haare, sondern dafür dass wir alle Glatze tragen. Dann gehts auch mit dem langen Atem auf. Liege ich da richtig. Ausserdem könnten wir so in letzter Instanz auch die übrig gebliebenen WC-Rollen zu funky Perücken verarbeiten, die mit echten Statements und Forderungen aufwarten. Was sagen Sie dazu?! Starten wir eine Challange!!!


2020-04-18 11:45:07 WC-Rollen-Verwertung

wunderbare idee mit glatze und wc-rollenpercüke. dann fällt auch das haarefärben weg, winwin. ich kann es kaum erwarten die neuen frisuren zu sehen!


2020-04-18 18:02:41 Inselexpertin

Das Insel Institut ist immer bereit Leichtigkeit, Humor und spontane einfallsreiche Aktionen zu unterstützen. Gemäss verlässlichen Quellen wird immer noch WC-Papier in grossen Mengen gehortet und es sollte somit weiterhin ein Übermass an leeren WC-Rollen vorhanden sein. Neue Frisuren braucht das Land.

Post Corona Virus

2020-05-11 15:35:11 Gast1

Wie gelingt ein Brückenbau zwischen zwei Inseln am besten?


2020-05-18 13:00:35 Inselexpertin

Es kommt auf verschiedene Faktoren dabei an.
Wie weit ist die Distanz zwischen den Inseln? Wie lange soll die Brücke halten? Wer baut mit? Wenn beispielsweise temporäre Verbindungen für kürzere Strecken gefragt sind, spricht vieles für ein modulares System. Das kann aus verschiedenen Flossen, Booten oder dergleichen bestehen, die mit Seilen aneinander festgemacht werden. Die Brücke ist somit sehr flexibel, kann vielseitig eingesetzt und bei nicht Bedarf wieder verstaut oder anderweitig genutzt werden. Auch empfiehlt es sich auf einer Seite anzufangen und sich auf die andere Seite vorzuarbeiten, so dass in der Mitte keine allfälligen Diskrepanzen entstehen. Allerdings können bei anderen Vorgehensweisen etwaige Diskrepanzen auch als Plattformen genutzt werden. Zwischen(den)Inseln sozusagen. Und eine ganz wichtige Maxime ist, immer mit anderen zusammenbauen.


2020-06-08 12:02:34 Inselexpertin

Ende des Partizipations-Chat, vielen Dank fürs Teilnehmen.